Futter für die Autorinnenseele

18. Januar 2018

Am Wochenende habe ich den einzig schönen Tag – nein, die wenigen sonnigen Stunden in der allgegenwärtigen Gräue dieses Winters genutzt, um in den Wuppertaler Zoo zu gehen. Das hat sich sehr gelohnt, auch wenn viele Tiere nicht anwesend waren. Sonne im Gesicht ist ja rar in diesen Tagen.

Als ich dieses Schild sah, hatte ich kurzgeschichtentaugliche Szenen vor Augen:

Zunächst habe ich sehr gelacht. Das Hinweisschild ist natürlich auch Futter für die Lektorinnenseele. Zwar ist die Aussage unzweideutig und ganz klar formuliert. Aber wie es nun einmal so ist, es gibt immer etwas zu verbessern. Hier habe ich Probleme mit dem Kontext.

Stellen wir uns vor, an dieser Stelle des Zoos bricht jemand zusammen und ein beherzter Mitmensch möchte den Defibrillator zum Einsatz bringen. Erwartet er oder sie wohl die Anrede „Liebe Gäste“? Nein, sondern schnelle, schnörkellose Hilfe. Der Hinweis, wo der Defi zu finden ist, ist ja schön. Nur fehlt ein Hinweis, wo die Löwenhöhle ist. Wohin soll sich der Helfer wenden? Nach rechts? Nach links?

Ich jedenfalls war froh, das mein Herz zwar nach den Steigungen der Wege etwas schneller als normal schlug, aber durchaus im normalen Rhythmus. Und alle anderen lieben Gäste wirkten auch rüstig. Gut, dass kein Handlungsbedarf war.

 

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  © Ulrike Rudolph » www.autorin-rudolph.de » IMPRESSUM DATENSCHUTZ