Notizen

Futter für die Autorinnenseele

18. Januar 2018

Am Wochenende habe ich den einzig schönen Tag – nein, die wenigen sonnigen Stunden in der allgegenwärtigen Gräue dieses Winters genutzt, um in den Wuppertaler Zoo zu gehen. Das hat sich sehr gelohnt, auch wenn viele Tiere nicht anwesend waren. Sonne im Gesicht ist ja rar in diesen Tagen.

Als ich dieses Schild sah, hatte ich kurzgeschichtentaugliche Szenen vor Augen:

Zunächst habe ich sehr gelacht. Das Hinweisschild ist natürlich auch Futter für die Lektorinnenseele. Zwar ist die Aussage unzweideutig und ganz klar formuliert. Aber wie es nun einmal so ist, es gibt immer etwas zu verbessern. Hier habe ich Probleme mit dem Kontext.

(mehr …)

Nachlese Weihnachten 2017

21. Dezember 2017

Weihnachtsbäume sind ein Muss. Werbebanner offenbar auch. Leider zeichnen sie sich nicht immer durch sprachliche Sorgfalt aus. Und sind deshalb mitunter ungewollt komisch.

„Frisch geschlagene Weihnachtsbäume mit und ohne Ballen“, wie soll ich mir das nur vorstellen? Bekomme ich zu den frisch geschlagenen Bäumen den Ballen separat dazu? Wozu soll das gut sein? Soll ich den Baum des Jahres 2018 daraus großziehen? Oder hat man nur versucht, zwei Gedanken in ein Werbebanner zu packen, ohne Rücksicht auf Verluste? Aus Platzgründen? Oder weil jemandem die Komik der Formulierung nicht klar war?

Manchmal lohnt sich ein Lektorat. „Große Auswahl an Weihnachtsbäumen – frisch geschlagen oder mit Ballen“ wäre nur eine Variante. Auf meiner Website „Lektorat Rudolph“ findet ihr mehr Stilblüten und Lösungsvorschläge.

Ich wünsche euch allen da draußen an euren Computern, Laptops, Tablets und Handys ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr. Ich habe übrigens letztes Jahr echtes, schönes Briefpapier verschenkt, weil mir bei den vielen Kurznachrichten doch Tiefgang und Herzenswärme fehlen.

Aktueller Bezug: Pfleger tötet 99 Menschen

30. Juni 2016

IMG_9367Es ist nicht schön, wenn die Realität den Roman einholt, wie jetzt bei Finaltherapie geschehen, dem Medizinthriller meines Alter Egos Tess Ansgard.

Der schon wegen mehrfachen Mordes inhaftierte Delmenhorster Krankenpflegers Niels H. steht im Verdacht, eine unglaublich hohe Anzahl von Menschen zu Tode gespritzt zu haben. Sein Motiv soll sein, dass er sie in Lebensgefahr bringen wollte, um sich dann als Lebensretter darstellen zu können. Siehe auch Spiegel Online.

(mehr …)

Adventsaktion Finaltherapie

14. Dezember 2015

Finaltherapie - Tess AnsgardBei meinem Alter Ego Tess Ansgard gibt es noch bis zum 24. Dezember eine Adventsaktion zu dem Medizinthriller „Finaltherapie“. Das E-Book kostet in dieser Zeit statt 5,99 nur 1,99 €. Zur Bestellung beim epubli shop.

Und darum geht es in dem Roman: Die junge Ärztin Sarah Benrath steht vor wichtigen Entscheidungen. Soll sie Teilhaberin in der Laborpraxis werden, in der sie seit dem Tod ihres Freundes Mark vor über einem Jahr arbeitet? Oder soll sie an das Krankenhaus zurückkehren, in dem sie beide vorher beschäftigt waren?

Sie ist von Selbstzweifeln geplagt: als Ärztin, weil sie wegen ihrer Familiengeschichte ihre Fähigkeiten anzweifelt. Und als Mensch, weil Mark sich das Leben genommen haben soll, ohne das sie etwas von einem inneren Konflikt geahnt hätte. Sie glaubt nicht an Selbsttötung, und sie fühlt sich verfolgt und bedroht. Alle aus ihrem Umfeld tun das als Überspanntheit ab. Alle außer Kilian, ihrem neuen Lebensgefährten. (mehr …)

Hybridherz

17. November 2015

Die sechzehnjährige Leonie wäre gern ein ganz normales Mädchen mit einer ganz normalen Familie. Doch eine mysteriöse Krankheit macht sie zur Außenseiterin. Zu allem Überfluss haben ihre Eltern auch noch Geheimnisse vor ihr. Kann sie ihnen überhaupt vertrauen?

Nach einem Unfall geschehen beängstigende Dinge: Leonie fällt ins Koma, ist bewegungslos ans Bett gefesselt, und bekommt doch mit, was um sie herum geschieht. Und sie entdeckt weitere unerwartete Fähigkeiten an sich. Ganz klar: Sie ist anders als andere Menschen.

Aber gerade diese Andersartigkeit gibt ihr jetzt die Möglichkeit, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und ihre wahre Herkunft zu enthüllen. Allerdings muss sie befürchten, dass die ihr so nützlichen Fähigkeiten für andere eine große Gefahr bedeuten. (mehr …)

Kreativer Abstand zu mir selbst

22. Oktober 2014

england

Andere nennen es schlicht Urlaub. Ich nenne es kreativen Abstand zu mir selbst gewinnen. Das bedeutet reisen für mich. Und wieso „kreativ“? Und „Abstand zu mir selbst“?

Urlaub heißt für mich immer reisen, denn zu Hause kann ich kaum abschalten, weil dort auch mein Arbeitsplatz ist. Den kann ich mir zwar nett einrichten, ich kann ihn aufräumen und mit nettem Schischi einladend gestalten. Doch tatsächlich überwiegen hier die (Schreib)-Erfahrungen der letzten Jahre die neuen Kleinigkeiten. Und das ist neuen Ideen nicht förderlich. (mehr …)

Schreibprogramm im Test: DramaQueen 1.5.0

16. Juni 2014

DramaQueen ist eine Drehbuch-Software. Ich habe meine Pro-Version aber sofort an einem Romanprojekt und anschließend an einer Kurzgeschichte getestet. Beides, das sage ich gleich vorweg, hat mir viel Spaß gemacht und zudem meine Arbeit sehr erleichtert.

Ich schreibe viel, und an unterschiedlichen Projekten gleichzeitig. Manchmal liegen Tage dazwischen, bevor ich an ein begonnenes Projekt zurückkehre. Da ist es hilfreich, wenn ich meine Material- und Ideensammlung, erste Formulierungen und Szenenentwürfe an einem Ort aufbewahre. Das war und ist seit dem Test DramaQueen. Das Programm hilft mir, Geschichten zu entwickeln, zu schreiben, zu analysieren und zu visualisieren.  

Und das geht so: Hauptbestandteile (auf dem Bildschirm in Spalten von links nach rechts angeordnet und aus- bzw. einblendbar) des Programms sind:

Storytelling – eine besonders für den Spannungsaufbau wichtige Funktion, die je nach Storyline/Handlungsstrang anzeigt, wie eine Entwicklung verläuft, wo Wendepunkte liegen und wie der Spannungsbogen verläuft.

Für die Funktion „Visualisierung“ ist das sehr wichtig, weil man hier erkennt, ob man seinen Zweck erfüllt. (Elizabeth George hat einmal bei einer Lesung gesagt, sie hätte Ihren Roman wie eine Eieruhr angelegt, wo zu Anfang die Handlungsstränge parallel laufen, sich dann annähern, überschneiden und dann wieder trennen. So etwas kann man mit diesem Programm tatsächlich sichtbar machen.) (mehr …)

A Window of Opportunity

14. Februar 2014

windowZu den absolut magischen Orten des vergangenen Jahres gehört der Nationalpark Arches in den USA. Dieser doppelte Bogen war so gigantisch und filigran zugleich, dass ich dort ungewöhnlich lange bleiben musste, obwohl mein Begleiter weiter wollte, weil es noch so viel zu entdecken gab. 

Mitgenommen habe ich aus der Nähe der Parks – insgesamt haben wir 6 Stück besucht – jeweils ein Beutelchen mit Sand. Ihr würdet staunen, wie viele Nuancen von Orange es gibt. Die Tüten beziehungsweise die Inhalte warten jetzt darauf, großflächig vermalt zu werden. Ich werde den Sand mit transparenter Acrylpaste mischen und mich dann treiben lassen.

Das „Fenster der Möglichkeiten“ begleitet mich in meinem Alltag und hilft mir immer wieder, neue kreative Anläufe zu finden. Beim Schreiben wie beim Malen.

 

Anregende Orte: Fowey in Südengland

14. Januar 2014

FoweyWie ihr ja an den Lernromanen seht – und wer meine Beschäftigung als Redakteurin eines Business-Englisch-Newsletters kennt, weiß es ohnehin -, habe ich einen besonders starken Bezug zu England. Vor einiger Zeit war ich auf einer Recherchereise in Südengland.

Fowey ist ein kleiner Fischerort an der südlichen Küste Cornwalls. Dort hat viele Jahre lang Daphne du Maurier gelebt, in einem kleinen Fährhaus, das im vergangenen Jahr noch ihr Sohn bewohnte. Deshalb kann man es leider nicht besichtigen. Aber es stand zum Verkauf, also ist Hoffnung …

(mehr …)

Eisheilige …

13. Mai 2013

Eisheilige, Regenbogen, kalte Füße …

Dabei soll der Mai doch alles neu machen. Macht er auch. Und der Regenbogen vor meinem Arbeitszimmerfenster macht mir Freude, trotz der Kälte, ebenso wie die Rosen, die sich nun schon seit über einer Woche dem Verwelken entgegenstrammen.

Wenn die Eisheiligen vorbei sind, legt nicht nur die Natur so richtig los, sondern auch meine Schreibmuskulatur. Verträge wollen schließlich erfüllt werden.

 

  © Ulrike Rudolph » www.autorin-rudolph.de » IMPRESSUM DATENSCHUTZ